...Arbeitskreis Kind und Verkehr...


 

 

  Arbeitskreis "Kind und Verkehr"

  Die Kinderunfallkommission

  Arbeitsweise der
  Brühler Kinderunfallkommission


  aktuelle Unfallzahlen

  Weitere Informationen

 

Arbeitskreis "Kind und Verkehr"

Der Arbeitskreis "Kind und Verkehr" des Kinderschutzbundes wurde 1996 gegründet. In ihm arbeiten Mitglieder des Kinderschutzbundes, ADFC, Nabu, SPD, Grüne und interessierte Bürger zusammen. Er tritt ein für eine Verkehrspolitik und Verkehrsplanung, die die Bedürfnisse von Fußgängern, Radfahrern und Nutzern der öffentlichen Verkehrsmittel stärker berücksichtigt.

Insbesondere Kinder müssen sich als Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt im öffentlichen Raum bewegen dürfen. Sie haben Anspruch auf Schutz und Rücksichtnahme entsprechend ihres altersbedingten Entwicklungsstandes. Für die so genannten „schwächeren Verkehrsteilnehmer“ muss die Sicherheit im Straßenraum mit Mitteln der Verkehrsregelung, der Verkehrslenkung und der Aufklärung gewährleistet werden. Ihre Unfallgefährdung muss verringert werden.

Verkehrspolitisch handeln im Interesse von Kindern heißt darüber hinaus auch, ihnen Räume zurückzugeben, die ihnen genommen wurden. In den 50er Jahren bevölkerten zehn Kinder und fünf Autos einen Hektar Stadtfläche, in den 90er Jahren waren es nur noch fünf Kinder aber schon 20 Autos. Die Zerstörung der Freiräume durch die Verdichtung der Städte und die immense Zunahme des Verkehrs führt zu einem Verlust an Aktionsräumen für Kinder. Kinder brauchen Lebensräume aber in ihrem direkten Wohnumfeld und nicht erst am Rande der Stadt. Als Lobby für Kinder setzen wir uns ein für autoarme und autofreie Wohngebiete, ausgedehnte Fußgängerbereiche und Spielzonen, verkehrsberuhigte Bereiche in Wohngebieten, sowie für Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in der Stadt.

Hauptaufgabe des Arbeitskreises ist die Vorbereitung der Stellungnahmen, Anregungen und Anfragen des Kinderschutzbundes zu Verkehrsthemen in den Ratsgremien der Stadt Brühl. Der Kinderschutzbund ist mit beratender Stimme vertreten im Verkehrs- und Bauausschuss und im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Brühl. Als Träger öffentlicher Belange werden wir zu Stellungnahmen bei änderungen im Bauleitplan angehört. Die Treffen des Arbeitskreises finden jeweils einige Tage vor den Ausschuss-Sitzungen statt.

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Die Kinderunfallkommission

Seit 1997 besteht in Brühl eine vernetzte Zusammenarbeit der Institutionen, die sich mit der Verkehrssicherheitsarbeit für Kinder beschäftigen. 1998 wurde die Brühler Kinderunfallkommission gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern der Kreispolizeibehörde, der örtlichen Polizei, verschiedener Abteilungen der Stadt Brühl (Planungs-, Ordnungs-, Tiefbau-, Schulamt, Betriebshof, Kinderbüro), Kinderschutzbund und ADFC. Je nach Sachlage werden Vertreter weiterer Institutionen Stadtwerke (Stadtbusträger), Verkehrswacht etc. eingeladen. Die Kommission tagt mindestens zweimal jährlich. Darüber hinaus werden an weiteren Terminen in der Regel alle Unfallorte von Kinderunfällen in der Stadt Brühl von den Mitgliedern bereist. Die Leitung der Kommission hat Hartwig Bosseler vom Ordnungamt der Stadt Brühl.

Die Unfallanalysen zeigen, dass bei fast ¾ der Unfälle die erwachsenen Verkehrsteilnehmer die Unfallverursacher sind. Verkehrsraumgestaltung, kindliches Verhalten, Verhalten der erwachsenen Verkehrsteilnehmer, Wohnumfeldgestaltung, Verkehrsmittelwahl und soziographische Daten beeinflussen das Unfallgeschehen. Die Bereiche Verkehrsplanung, Verkehrsüberwachung, Verkehrsaufklärung und Mobilitätserziehung sind die Handlungsfelder zur Reduktion von Unfällen.

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11. bundesweites Treffen der Kinderunfallkommissionen im Brühler Rathaus

Die sichere Mobilität von Kindern ist Chefsache!
Die sichere und eigenständige Mobilität von Kindern zu ermöglichen, ist für jede Kommune ein Ziel, das die Lebensqualität erhöht und dadurch auch Standortvorteile schafft. Erreicht werden kann diese allerdings nur, wenn sie in den Städten und Gemeinden zur „Chefsache“ erklärt wird und dadurch das notwendige Gewicht erhält.

Unter dem Motto „Chefsache: Kinder sicher unterwegs“ fand Ende November 2015 das 11. bundesweite Treffen der Kinderunfallkommissionen im Brühler Rathaus statt.

Das Treffen wird seit 2005 vom VRS, Zukunftsnetz Mobilität NRW, MBWSV, DVR und der Unfallkasse NRW organisiert und finanziert. In diesem Jahr waren als Unterstützer vor Ort die Stadt Brühl, die Brühler Kinderunfallkommission und der Brühler Kinderschutzbund aktiv. (Mehr Infos unter https://www.vrsinfo.de/service/mobilitaetsmanagement/veranstaltungen-und-qualifizierungen/treffen-der-kinderunfallkommissionen.html )

Das diesjährige Treffen diente dem Erfahrungsaustausch, der Qualifizierung der Beteiligten und der Information interessierter Kommunen. In Brühl nutzten rund 60 Akteure die Begegnung mit Fachleuten aus Wissenschaft, überregionalen Verbänden und Institutionen. Workshops boten zusätzliches know how: etwa zur internen Kommunikation oder zur Erlebniswelt von Kindern.

Welche Elemente wirken als "Motivationspunkte", durch die Kinderwege von Kommunen auch gezielt gelenkt werden können, war eine der Fragen, die behandelt wurden. Hierzu leisteten die Schüler und Schülerinnen der Klasse 4b der Martin-Luther-Schule mit ihrer Klassenlehrerin Frau Benthues schon im Vorfeld einen wichtigen Beitrag: sie untersuchten mit Begleitung und technischer Unterstützung des Brühler Kinderschutzbundes nach für sie interessanten Punkten in der Schloßstraße. Jeder Punkt wurde von den Schülern und Schülerinnen im Foto festgehalten.

Die Fotos wurden anschließend Prof. Meyer für die Durchführung seines Workshops zur Verfügung gestellt. Er stellte den Teilnehmern im Rahmen des Workshops „Straße aus Sicht der Kinder“ die Aufgabe, in der Schloßstraße die Orte zu fotografieren, von denen sie denken, dass sie für die Kinder interessant sind. Es stellte sich heraus, dass Kinder ganz andere Orte interessant und wichtig finden, als die Erwachsenen vermuteten.

Kinder nehmen den Straßen- und Verkehrsraum anders wahr als Erwachsene dies tun, denn ihr Blick wird anders gelenkt, die Aufmerksamkeit durch andere Dinge gefesselt.

Ein weiterer Workshop stellte das Radfahrtraining als Mittel einer aktiven Unfallprävention vor, bei dem Motorik und Gleichgewichtssinn geschult werden. Die Teilnehmer des Workshops konnten ihre motorischen und koordinativen Fähigkeiten im Rahmen eines mit einfachen Mitteln aufgebauten, aber abwechslungsreichen und anspruchsvollen Parcours erproben.

Auf dem Franziskanerhof kamen die Materialien aus dem Brühler Radmobil zum Einsatz. Unter Leitung von Dr. Achim Schmidt von der Sporthochschule Köln wurde an beiden Tagen das neu erworbene Wissen aktiv umgesetzt. Ziel war es, die neuen Erkenntnisse in die eigene Radfahrausbildung mit Kindern zu integrieren und mit neuen Übungen die Trainingseinheiten an den Schulen zu beleben und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Radfahrausbildung zu nutzen.

Hintergründe zur Gründung der Brühler Kinderunfallkommission



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Arbeitsweise der Brühler Kinderunfallkommission

Im Mittelpunkt steht die Vernetzung und Kooperation der verschiedenen Aktivitäten und Akteure auf kommunaler Ebene zur Schaffung eines kinderfreundlichen und unfallfreien Klimas in Brühl. Dabei müssen Kinderunfälle reduziert werden, ohne den Freiraum für Kinder im Straßenraum einzuschränken.

Die Analyse jedes einzelnen Kinderunfalls „vor Ort“ und das Erarbeiten gemeinsamer Maßnahmen mit dem Ziel, die Zahl der Kinderunfälle zu reduzieren, sind die zentralen Aufgaben der Kommission. Oftmals lassen sich recht schnell unfallbegünstigende Faktoren feststellen. Zugeparkte Gehwege, zu hohe und zu dichte Bepflanzung, Plakatständer u.ä. behindern oftmals die Sichtbeziehung zwischen Autofahrern und Fußgängern. Dazu kommt dann häufig eine zu hohe Geschwindigkeit, die der Straßen- und Verkehrssituation nicht angemessen ist. Maßnahmen zur Unfallverhütung werden von den Kommissionsmitgliedern vor Ort diskutiert und an die entscheidenden Stellen weiter gegeben. Vertreter der städtischen Abteilungen Grünflächen, Ordnung, Tiefbau und Planung nehmen inzwischen regelmäßig an den Bereisungen der Unfallorte teil.

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aktuelle Unfallzahlen

Bei der Arbeit der Kinderunfallkommission geht es nicht um spektakuläre Aktionen, sondern um die langfristige und kontinuierliche Verzahnung der Aufgabenbereiche Verkehrsüberwachung, Verkehrsaufklärung und Mobilitätserziehung. In den Bereich der öffentlichkeitsarbeit gehörte auch die Präsenz der Kinderunfallkommission bei Veranstaltungen wie „Mobiles Brühl“, Fahrrad- oder Agendafest oder im Rahmen von Verkehrssicherheitstagen.

Evaluation der Arbeit der Brühler Kinderunfallkommission: Ende 2004 haben Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln die Maßnahmen der Kinderunfallkommission untersucht und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft.

 

 

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Weitere Informationen zur Arbeit im Arbeitskreis Kind und Verkehr finden Sie unter:

Holzkinder

Stadtrallye

Fahrradtour

Straßenspielaktionen

 

weitere Links zum Thema auf der Homepage der Stadt Brühl:

Informationen der Stadt Brühl zum Arbeitskreis Kind und Verkehr

Fahrradtourenangebot der Stadt Brühl

Familien-Fahrrad-Rallye der Stadt Brühl

 

Ansprechpartnerin: Annegret.Neumann

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