Pressemitteilung

 

Krefeld/Wuppertal, 10. Juni 2017

Resolution gegen Kinderarmut: Deutscher Kinderschutzbund in NRW fordert beitragsfreie Bildung für alle

Bildung muss für alle Kinder beitragsfrei sein – egal ob es um Kindertagesstätten oder Schulen geht. Das ist eine der Forderungen, die der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) in Nordrhein-Westfalen heute auf seiner Landesmitgliederversammlung in Krefeld in einer Resolution verabschiedet hat. „Familien sollten weder für Bücher, Hefte, Klassenfahrten noch für das Mittagessen bezahlen müssen“, sagte die DKSB-Landesvorsitzende Marlis Herterich. Die bereits bestehenden Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket reichten nicht aus, um die Folgen der Kinderarmut abzumildern.

Der Hintergrund: Allen Programmen und politischen Absichtserklärungen zum Trotz steigt die Kinderarmut in Deutschland und überproportional in NRW ständig an. Aus aktuellem Anlass veranstaltete der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. am Freitag in Krefeld eine Fachtagung zum Thema Kinderarmut. Dabei diskutierten Fachleute aus ganz Nordrhein-Westfalen und erarbeiteten Forderungen für die Resolution des Deutschen Kinderschutzbundes. Diese werden in Kürze an die neue Landesregierung weitergeleitet.

Zu den Forderungen gehört auch, dass die Ausstattung der Schulen wesentlich besser wird. „Wir brauchen mehr Sportangebote in den Schulen und vor allem kleinere Klassen“, so die Landesvorsitzende Marlis Herterich. Auf diese Weise könnten Kinder aus ärmeren Familien die Förderung bekommen, die sie brauchen.

Grundsätzlich spricht sich der Deutsche Kinderschutzbund in Nordrhein-Westfalen für bessere Strukturen aus, um die Folgen von Kinderarmut besser bekämpfen zu können. „Denn nur gemeinsam können Institutionen und Einrichtungen vor Ort wirksam helfen“, sagte Herterich. Ein wesentlicher Punkt könne aber nur auf Bundesebene verändert werden. „Einkommensschwache Eltern brauchen schlicht und einfach mehr Geld", so Herterich. Das lasse sich nur durch eine eigenständige Kindergrundsicherung realisieren, die finanzielle Leistungen für Familien gerechter verteile.

Die gesamte Resolution finden Sie im Anhang.

Auch Prominente wie Dietmar Bär, Christian Ehring, Steffi Jones oder Anne Lütkes unterstützen den Deutschen Kinderschutzbund in seinem Bemühen, mehr Aufmerksamkeit für das Thema Kinderarmut zu schaffen. Sie äußern sich sich in Zitaten zum Thema:

Es gibt zu viele Kinder, die jeden Tag Theater spielen: Niemand soll merken, dass sie arm sind. Das ist unglaublich anstrengend.
Dietmar Bär, Schauspieler

Dass in einem reichen Land wie Deutschland Kindern am Ende des Monats der Magen knurrt, ist bittere Ironie. Aber ganz und gar nicht zum Lachen.
Christian Ehring, Kabarettist

Egal ob Fußball, Schwimmen oder Ballett: Kinder sollten die Chance haben, ihren Lieblingssport auszuüben. Das darf nicht am Geld scheitern.“
Steffi Jones, Bundestrainerin der Frauenfußball-Nationalmannschaft

Kinderarmut lässt sich nicht mit politischem Klein-Klein überwinden. Sie ist mit grundsätzlichen Reformen zu bekämpfen, die das Leben von armen Kindern spürbar verbessern.“
Anne Lütkes, Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Düsseldorf und Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes

Die Testimonials finden Sie auf www.dksb-nrw.de

Ansprechpartnerin für Rückfragen:
Nicole Vergin
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V.
Tel.: 0157 714 77 348
Mail: n.vergin@dksb-nrw.de